Schreiner oder Tischler

Die Schreiner sind vor allem in Süddeutschland, Deutschschweiz und Westösterreich / Vorarlberg  verbreitet, während sich der Schreiner in den andern Teilen Deutschlands und Österreichs Tischler nennt.

Die Bezeichnung Schreiner kommt von Schrein (Truhe, Sarg, Kiste, Schrank), die Bezeichnung Tischler von Tisch, was früher allerdings ebenfalls Kiste bedeutete. Daher auch die alten Berufsbezeichnungen Kistler, Kistner, Kistenmacher und Tischmacher.

Die Holzbearbeitung ist eines der ältesten Handwerke der Geschichte. Herstellung von Bedarfsgegenständen und Unerkünften / Wohnungen.
Im 12. JH kam es zu einer Trennung zwischen den Schreinern (bewegliche Holzarbeiten, wie Möbel) und den Zimmerleuten (feststehend Holzarbeiten, wie Häuserbau).
Teilweise überschneiden sich noch heute die Tätigkeiten von Schreienern und Zimmerleuten.

Die Schreiner gehörten auch zu den ersten Berufsgruppen, die Zünfte bildeten. Darin war die Aufteilung vom Lehrling über Geselle bis zum Meister geregelt. Mancherorts waren die Regelungen so streng, dass nur Meister werden konnte, der die Tochter eines Schreinermeisters heiratete.
Die Nachfolger der Zünfte sind die heutigen Handwerkskammern / Innungen.

Das Handwerk des Schreiners zählt zu den kreativen Berufen.
Jeder Auftrag ist anders und erfordert viel Fantsie und Vorstellungskraft, um die Wünsche des Kunden als Gesamtbild zu sehen, um darauf die Planung und Umsetzung zu realisieren.

Durch die Industrialisierung ist der Anteil der Schreiner z.B. im Möbelbau auf 8% Marktanteil geschrumpft.
Doch die Kreativität eines Schreinermeisters kann keine Industrie ersetzen, wo Millimetergenaue Anfertigung oder spezielle Lösungen gefragt sind.
Der Marktanteil wird auf dem jetzigen Niveau stabil bleiben.

Die Ausbildung zum Schreiner dauert 3 Jahre und endet mit dem Gesellenbrief.
Alternativ gibt es die industrielle Ausbildung zum Holzmechaniker

Der Schreinergeselle hat dann die Möglichkeit, den Meistertitel zu erlangen:
Zukünftig soll auch die Möglichkeit zum Studium als Industriedesigner, Kommunikationsdesign usw. geschaffen werden.